Vom Pionierflugfeld zum heutigen LOXN
Kaum ein anderer Ort in Österreich verbindet Luftfahrtgeschichte, Technik, Militärgeschichte und Flugsport so eng wie Wiener Neustadt West. Was als frühes Flugfeld für Flugpioniere begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem militärischen Standort, einem Zentrum der Flugzeugproduktion, einem Ziel schwerer Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg und später zu einem Platz, an dem zivile Vereine die Luftfahrttradition weitertragen.
Die Geschichte der letzten 100 Jahre
Die Anfänge der Aviatik
Am 17. November 1909 beschloss der Wiener Neustädter Stadtrat, ein Areal am Steinfeld als Flugplatz zu widmen. Bereits kurz danach wurde das Gelände zu einem Treffpunkt der frühen Luftfahrt. Flugpioniere testeten hier ihre Apparate, und 1911 fand auf dem Flugfeld die 1. österreichische Flugwoche statt. Damit wurde Wiener Neustadt zu einem der wichtigsten Ausgangspunkte der frühen österreichischen Fliegerei.
Militär, Ausbildung und Flugzeugbau
Ab 1913 wurde das Flugfeld zunehmend militärisch genutzt. Zwischen 1914 und 1917 entstand am Rand des Flugfeldes die erste Fliegerkaserne der Monarchie. Im Jahr 1915 wurde außerdem die Oesterreichische Flugzeugfabrik AG (Oeffag) gegründet, die im Ersten Weltkrieg verschiedene Flugzeugtypen produzierte. Wiener Neustadt war damit nicht nur Flugplatz, sondern auch Ausbildungs- und Produktionsstandort der Luftfahrt.
Einschnitt nach dem Ersten Weltkrieg
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam es durch die Bestimmungen des Vertrags von Saint-Germain zu einem tiefen Einschnitt. Flugzeuge und militärische Bodenanlagen mussten zerstört werden. Der Standort verlor zunächst massiv an Bedeutung, blieb aber mit der Luftfahrt verbunden. Ab 1929 wurde das Flugfeld wieder von Sportfliegern genutzt.
Wiederaufbau und neue Bedeutung
In den 1930er-Jahren gewann Wiener Neustadt West wieder deutlich an Bedeutung. Ab 1934 kehrte das Militär zurück, und 1936 wurde das Areal vom Verteidigungsministerium gekauft. Neue Hangars, Werkstätten und Infrastruktur stärkten den Standort erneut und machten ihn wieder zu einem Zentrum der österreichischen Fliegerei.
Krieg, Rüstungsstandort und Zerstörung
Nach dem Anschluss wurde der Flugplatz stark erweitert und in die Luftwaffenstruktur des Deutschen Reichs eingebunden. Die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie in Wiener Neustadt machte Stadt und Flugplatz zu einem strategischen Ziel der Alliierten. Der erste große Bombenangriff auf Wiener Neustadt erfolgte am 13. August 1943. Bis April 1945 wurde die Stadt in 29 Luftangriffen schwer getroffen; die Stadt verweist heute auf knapp 56.000 Bomben, die Wiener Neustadt in Schutt und Asche legten.
Besatzungszeit
Nach Kriegsende nutzten die sowjetischen Besatzungstruppen das Flugfeld weiter. Laut der LOXN-Geschichtsdarstellung wurde der Platz in dieser Zeit als Stützpunkt verwendet. Im August 1955 wurde der Flugplatz an die Republik Österreich übergeben.
Neubeginn und Flugsport
Nach der Rückgabe an Österreich wurde der Flugplatz nicht sofort wieder in seiner früheren Form militärisch betrieben. Mit der Zeit gewannen zivile Flugsportvereine an Bedeutung und prägten den Standort zunehmend. So entwickelte sich Wiener Neustadt West Schritt für Schritt zu jenem besonderen Mischstandort aus Tradition, Flugsport und militärischem Umfeld, den man heute kennt.
LOXN heute
Heute ist Wr. Neustadt/West weiterhin offiziell ein militärischer Flugplatz mit festgelegter Sicherheitszone. Gleichzeitig ist LOXN ein lebendiger Standort für Vereine und Flugsport. Die Flugplatzbetriebsgemeinschaft beschreibt den Platz ausdrücklich als gemeinsame Plattform für die ansässigen Vereine und ihre Aktivitäten.
Der Flugplatz Wiener Neustadt West heute
Auch heute ist Wiener Neustadt West weit mehr als nur ein Flugfeld. Der Platz steht weiterhin für Luftfahrttradition, Vereinsleben und aktive Nutzung. Gleichzeitig zeigt die aktuelle offizielle Einordnung durch Austro Control, dass es sich weiterhin um einen militärischen Flugplatz handelt. Damit verbindet LOXN Geschichte und Gegenwart auf besonders sichtbare Weise.
- militärischer Flugplatz Wr. Neustadt/West
- traditionsreicher Standort der österreichischen Luftfahrt
- heute auch von Flugsportvereinen geprägt
- Teil der Erinnerungskultur rund um die Luftfahrtgeschichte in Wiener Neustadt
Erinnerungskultur und Luftfahrtgeschichte
Kurzchronik
- 1909: Widmung des Flugfelds in Wiener Neustadt.
- 1911: Erste österreichische Flugwoche.
- 1915: Gründung der Oeffag am Flugfeld.
- 1914–1917: Bau der Fliegerkaserne.
- 1934–1936: Wiederaufbau und neuer Ausbau des Platzes.
- 1943–1945: schwere Luftangriffe auf Wiener Neustadt und den Flugplatz.
- 1955: Übergabe des Flugplatzes an die Republik Österreich.
- heute: militärischer Flugplatz mit aktiver Luftfahrt- und Vereinstradition.
Motorflug
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Häufige Fragen zum Flugplatz Wiener Neustadt West
Der Flugplatz Wiener Neustadt West ist kein gewöhnlicher Standort. Er steht für Pioniergeist, technische Entwicklung, militärische Geschichte, Zerstörung, Wiederaufbau und gelebte Luftfahrttradition. Wer LOXN besucht, sieht nicht nur ein Flugfeld, sondern einen Ort, an dem mehr als ein Jahrhundert österreichischer Luftfahrtgeschichte bis heute sichtbar geblieben ist.
Walter Hrast
Obmann, Motorflug-Referent
Der Flugplatz Wiener Neustadt West ist kein gewöhnlicher Standort. Er steht für Pioniergeist, technische Entwicklung, militärische Geschichte, Zerstörung, Wiederaufbau und gelebte Luftfahrttradition. Wer LOXN besucht, sieht nicht nur ein Flugfeld, sondern einen Ort, an dem mehr als ein Jahrhundert österreichischer Luftfahrtgeschichte bis heute sichtbar geblieben ist.
Walter Hrast
Obmann, Motorflug-Referent
